Christa HansenBis vor kurzem surrten die Mähdrescher über die Felder. Das goldene Korn wurde geborgen, es war genug davon.

Ja, es war ein glanzvoller Sommer in diesem Jahr 2013.
Solange die Erde steht soll nicht aufhören Saat und Ernte, Sommer und Winter, Frost und Hitze, Tag und Nacht. So verspricht Gott in seiner Schöpfung.
Die Scheunen werden sich auch in diesem Jahr wieder füllen, wir können für die Ernte danken, für die Arbeit, die geglückt ist, für die Erträge, die ein Auskommen sichern.
Erntedank, das ist auch so etwas wie eine persönliche Bilanz über den Abschnitt des Jahres, der vergangen ist.
Es ist ein sich vorbereiten auf die Jahreszeit, die eher dunkel und unwirsch daher kommt.
Es ist ein Innehalten im täglichen Trott. Ein Bedenken, was einem so alles gegeben ist. Was einem vielleicht auch auferlegt ist.
Und wie das eigene Dazutun oder das eigene Lassen auch bestimmend ist.
Wer da sparsam sät, der wird auch spärlich ernten, so schreibt der Apostel Paulus.
Wer da sät im Überfluss, der wird auch ernten im Überfluss. Ein jeder, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat. 2.Korinther 9, 6
Es ist kein Rezept für eine Vorgehensweise, das Paulus hier vorschlägt. Es ist eine Aufforderung zur Besinnung.
Eine Aufforderung im Nachherein das eigene Tun und Lassen zu bedenken.
Eben diesen Moment zu Erntedank inne zu halten und den Abschnitt des Jahres, der vergangen ist, noch einmal zu reflektieren.
Und dann kann man Ernte durchaus im übertragenen Sinn sehen und sich ganz persönlich fragen, wie die Erntebilanz denn aussieht.
Dann gehört dazu auch all das, was wir zum Leben brauchen, was nicht materiell ist: wie Liebe, Zuneigung, Geborgenheit, Freundlichkeit, Entgegenkommen, ein Lächeln, ein gutes, aufmunterndes Wort, ein tröstendes Wort.
Dann geht es bei dieser Ernte also darum, wie sich das Miteinander gestaltet.
Und was man selbst hinein gegeben hat in dieses Miteinander. Was wachsen konnte an Beziehungen, was vielleicht verdorrt ist, was in Fluten untergegangen ist, was wider Erwarten besonders gut geraten ist, was gute Wachstumsbedingungen hatte, was an einem falschen Ort gepflanzt wurde…..
Das alles zu bedenken gehört auch zu Erntedank.
Und es ist bedeutsam, dass Paulus das Herz nennt: ein jeder so, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat.
Das eigene Herz lässt sich nämlich nicht betrügen. Augen können sich blenden und betören lassen.
Das eigene Herz aber weiß ganz genau, wann man sparsam gesät hat, und wann im Überfluss.
Und das eigene Herz weiß auch, ob man ehrlich und aufrichtig sein Tagwerk auch in dieser Hinsicht bestellt hat.
Äußere Bedingungen kann man nicht beeinflussen, das wissen nicht nur die Landwirte ganz genau; aber das eigenen Tun und Lassen auch anderen gegenüber, das kann man schon gestalten.
Und dann wird man wohl auch gewahr, dass es auch noch eine Kraft gibt, die mit gestaltet.
Denn göttlicher Segen vollendet unser Tun und Lassen.
Das ist im tiefsten Sinne das, wofür wir an jedem Erntedankfest danken. Für die segensreiche Begleitung Gottes, die das Leben ermöglicht.
Es geht eben durch unsere Hände, kommt aber her von Gott.

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